Feuer
spuren

Das internationale
Erzählfestival Bremen
03./04. November 2018 Lindenhofstrasse Gröpelingen

Feuerspuren 2018

Das internationale Erzählfestival Bremen 03./04. November 2018 Lindenhofstrasse Gröpelingen /
mit verkaufsoffenem Sonntag

ein kommen und gehen — Die aus den Angeln hängende Tür, Geröll zwischen Pflastersteinen, die anscheinend niemand mehr be­nötigte. Abblätternder Putz an der Fassade des Hauses, das nun zu ihm gehören sollte.

Der düstere Himmel und ein beißender Wind ließen ihn erschauern. Sein Blick wanderte über die Häuserreihen und blieb an vielen ungewohnten Details hängen. Schmutz und schale Farben, dazwischen ein bisschen Grün, überall Autos und Räder, kein bekanntes Gesicht.

Einige Zeit später, er war wieder auf der Straße unterwegs, auf der er angekommen war. Die Kinder vom Nachbarn liefen ihm grüßend entgegen. Frau Schmidt putzte Fenster und winkte herüber. Er setzte sich auf die Treppe vor dem frisch gestrichenen Haus.
——

Belebte Straße in Gröpelingen

Der erste Blick nach dem Ankommen:
Wenn sich die Details
des Gesehenen zusammensetzen
und zum Gewohnten werden.

Überhörte
Spielplatzpoesie:
Wenn die
Wolke kommt,
geht die Sonne.

Kinder spielen am Marktstand
In Bulgarien war ich Türkin, in der Türkei war ich Bulgarin und in Deutschland bin ich ­Ausländerin. — Elif
Ich würde hier gerne Arbeit finden, nach meinem Masterstudium. — Ebrima
Es gibt so viele unzufriedene Menschen – ich bin lieber offen und aktiv. Das Leben ist doch schön. — Christa
Musik bringt verschiedene Menschen leichter zusammen. — Shadi
Häuser

Der Versuch,
Sehnsüchte zu
stillen in
der Bewegung
von einem Ort
zum anderen.

Supermarkt
Automaten
Auf jeden Fall werde ich hier bleiben, ich bin hier absolut verwurzelt. — Meike
Hier sind die Menschen anders. Ich finde das gut. — Naser
Ich möchte lieber auf dem Land leben. Oder mal ganz woanders. — Chipi
Auch wenn es Probleme mit den Nachbarn gibt, sind wir hier gerne.
— Fatma

Und überall,
hinter allen Türen:
Der Wunsch,
glücklich zu sein.

Wie schön wäre es,
gäbe es für jegliche Last
den passenden Behälter.

Sieht man sein Leben als etwas monotones, sich retardierendes, oder als eines, in dem man sich entfalten kann?
— Eike
Ich stelle mir vor, erst einmal wegzugehen, um später hierher zurückzukommen. — Jan

Angst? Nachts durch das Viertel zu müssen, ist schlimmer als hier nach Hause zu kommen. — Ilka
Ich kann mich hier einbringen und selbst ­verwirklichen. — Janne
Zurückzugehen ist keine Möglichkeit, so lange es in Syrien nicht ruhiger wird.
— Abdullah

Der Duft von Kaffee
und süßem Gebäck
weckte den Wunsch,
kurz die Augen zu
schließen.

Durch das Tanzen habe ich einen sehr bunten Freundeskreis. — Merve
Ich bin hier angekommen und möchte anderen etwas zurückgeben. — Jaber

Bleiben oder Gehen?
Sitzen oder Stehen?
Laufen, Rennen, Fliehen.
Spielen, Schlafen, Wachen,
Träumen, Bangen, Lachen.
Ankunft, Abschied, Dasein.
Berühren und Umarmen,
Verführen und Umgarnen.
Hetzen oder Streiten?
Mögen oder Hassen?
Glauben oder Wissen?
Suchen oder Finden?
Lieben oder Leiden?
Zögern und Entscheiden.
Alles. Nichts.
Mensch Sein.
——